Hypnotherapie nach Milton Erickson

 

Manchmal melden sich Menschen in meiner Praxis, die mich in der Hypnotherapeutenliste der MEG (Milton Erickson Gesellschaft) gefunden haben. Einige von den Patienten, die an einer Behandlung mit/durch Hypnose interessiert sind, berichten, dass sie im Fernsehen gesehen hätten, wie Ängste beispielsweise vor dem Autofahren oder der Behandlung beim Zahnarzt in nur einer Sitzung verschwunden seien. Andere Patienten von mir haben oftmals Bilder von Showhypnose im Kopf, die sie - oftmals auch im Fernsehen - gesehen haben. 

 

Es gibt zwar auch sogenannte Wunderheilungen, oftmals haben die Berichte in der Öffentlichkeit jedoch kaum etwas mit der ,modernen‘ klinischen Hypnose gemeinsam, weshalb ich im Folgenden über die Grundlagen der klinischen Hypnose nach Erickson informieren möchte. 

 

Hypnose ist...

 

  • ...  etwas ganz Natürliches, ein natürliches Phänomen, dass bei jedem Menschen im Alltag je nach Situation oder Umgebung auftritt;

 

  • ... in erster Linie entspannend und tief erholsam, womit sich das Gefühl der Sicherheit und auch der Kontrolle über die Situation vergrößert;

 

  • ... ein veränderter Bewusstseinszustand, der sich vom Zustand des Schlafes unterscheidet, was sich durch die Messung ausgeprägter Alpha-Phasen in der rechten Gehirnhälfte messen lässt;

 

  • ... ein aktiver, wacher, geistig aufmerksamer Zustand; man verbleibt immer im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und Werturteile und ist sich seiner Gefühle, Handlungen und Aussagen bewusst;

 

  • ... im therapeutischen Sinn ein schöpferischer Zustand des Lernens und der Neuorientierung;

 

  • ... ein Verfahren, bei dem kritisches Denkvermögen und ethisches Werturteil unverändert aufrecht erhalten bleiben;

 

  • ... keine eigenständige Therapieform, sondern wird von mir in den verhaltenstherapeutischen Rahmen eingebettet;

 

  • ... ist auch als (Selbst-)Hypnose eine effektive Technik, sich körperlich heilend und seelisch stärkend zu beeinflussen.

 

 

Hypnose – gestern und heute

 

In der Hypnose der Vergangenheit, die mit den Namen von Mesmer, Charcot und Freud verbunden sind, findet sich ein „autoritärer Ansatz“. 

 

Im „Kooperationsansatz“ nach Erickson steht die Wechselwirkung zwischen Patient und Therapeut im Mittelpunkt. Der Therapeut geht dabei von der Grundannahme aus, dass jeder Mensch alle nötigen Ressourcen zur Bewältigung seiner Probleme in sich trägt. Das Unbewusste ist in diesem Sinne eine wohlwollende und weise Instanz innerhalb der eigenen Person, deren Selbstheilungskräfte innerhalb des hypnotherapeutischen Prozesses aktiviert werden. Der Therapeut leitet den Patienten an, zu seinen eigenen Ressourcen zu finden. Der Therapeut regt innere Suchprozesse nach Lösungsmöglichkeiten an. Er ruft das hervor, was beim Patienten im Unbewussten vorhanden ist. Das geschieht im Trancezustand auf „unabsichtliche“, spielerische Art und Weise ohne Behinderung durch bewusste Kontrollmechanismen. 

 

Hypnose ist somit kein passiver Zustand, sondern eine hoch motivierte Verfassung, eine Phase der besonderen inneren Konzentration, eine Zeit des Lernens. Bestenfalls beobachtet der Patienten in aller Ruhe, was sich in seinem Inneren abspielt. Bestenfalls begleitet der Therapeut ihn dabei mit zugewandter, warmherziger und ruhiger Art und fordert ihn auf, dem inneren Prozess zu folgen und sich für Überraschungen (neue Lösungen, Wendungen, Schmerzbewältigung) zu öffnen.

 

 

Im Zeitraum des hypnotisch Zustandes kann...

 

  • ... der Angstpatient - und besonders auch der Zwangspatient - Sicherheit und Ruhe erfahren, 

 

  • ... der an Depressionen leidende Patient sich schwungvoll und mit neuen Ideen erfüllt fühlen,

 

  • ... der Schmerzpatient beschwerdefrei in seiner Phantasie an einem wohltuenden Ort verweilen,

 

  • ... der sich in der Krise befindende Patient einen Tag die Zukunft halluzinieren, an dem das Problem gelöst sein wird, und er ganz deutlich erfährt, wie sich dies als Erleichterung und Befreiung in ihm ausbreitet,

 

  • ... der Raucher in der Entwöhnungsbehandlung gesündere Wege der Ruhe erfahren, andere Lösungswege zur Bewältigung von Stress und Ärger, Pausen und Beziehungsgestaltung oder zur eigenen Belohnung finden,

 

  • ... der Trauernde sich - eventuell auf eine andere Art - mit dem geliebten verstorbenen Menschen verbunden fühlen. Das kann Erleichterung in einem schweren Trauerprozess schaffen. 

 

Hypnose ist eine  Erlebnistherapie... 

 

... bei der die fünf Sinne sehen, hören, spüren, riechen und schmecken aktiviert werden. Allein schon mit erlebtem tiefen inneren Wohlbefinden, innerer Geborgenheit, Ruhe und Stärke wird der Grundstein für Veränderungen gelegt, die der Patient für sich wünscht. Der Patient erinnert sich beispielsweise wieder, wie gut es sich anfühlt, symptomfrei zu sein, oder er lernt neu dazu. Stundenlange therapeutische Gespräche können oftmals 10 Minuten körperlich und seelisch durchlebte Erfahrung nicht aufwiegen.

 

Wenn Sie in Ihre laufende psychotherapeutische Behandlung bei mir hypnotherapeutische Sequenzen integrieren möchten, sprechen Sie mich gerne an! Stellen Sie gerne alle Fragen, die Sie beschäftigen!

 

   
© Psychotherapeutische Praxis Werner Hauer